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Grösster Elektrolaster der Welt

04. Juli 2018 | 11:05 Autor: Roland Seeger, NTB FOLIO | Anzeige Vorarlberg, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz

Das grösste Elektroauto der Welt – mit 58 Tonnen Leergewicht und 65 Tonnen Zuladung – hat im Steinbruch der Ciments Vigier S. A. seine Arbeit aufgenommen. Der in den vergangenen 18 Monaten konzipierte Elektromuldenkipper ist ein Beispiel für gelungene angewandte Forschung in der Schweiz: An der Planung und am Aufbau wirkten im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft eDumper die Berner Fachhochschule (BFH), die NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs sowie das Materialforschungsinstitut Empa mit. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesamt für Energie (BFE).

Die gemeinschaftliche Forschungsarbeit der Schweizer Institute sorgt gleich für drei Weltrekorde. Der eDumper ist das grösste und stärkste batteriebetriebene Radfahrzeug der Welt. Das Elektrofahrzeug beeindruckt schon rein optisch: Der Fahrer erreicht seinen Arbeitsplatz über neun Treppenstufen; die Reifen des E-Mobiles haben einen Durchmesser von knapp zwei Metern. Der umweltfreundliche eDumper wurde auf Basis eines dieselbetriebenen Muldenkippers vom Typ  «Komatsu HD 605-7» komplett neu aufgebaut. Anstelle eines Dieseltanks beherbergt er nun die grösste je für ein Elektrofahrzeug hergestellte Batterie. Die Batterie mit LiIonen-Zellen ist mit 4,5 Tonnen so schwer wie zwei komplette PkWs. Noch nie hat zudem ein vergleichbares Fahrzeug eine derart grosse Menge an CO2 einsparen können.

Wer bremst, gewinnt!
Der eDumper wird Kalk- und Mergelgesteine aus einem höher gelegenen Abbaugebiet in eine tiefer gelegene Verarbeitungsanlage transportieren. Bei der voll beladenen Talfahrt werden die Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie geladen. Der so erzeugte Strom reicht nach vorläufigen Berechnungen für die unbeladene Rückfahrt bergauf ins Abbaugebiet weitgehend aus. Er wäre damit ein Null-Energie-Fahrzeug. Wie die Energiebilanz des eDumpers genau ausfällt, sollen während den nächsten Monaten Untersuchungen im Alltagsbetrieb zeigen. Nicht nur die Konzeption des eDumpers geschah in der Schweiz, auch die schliesslich verbauten Komponenten stammen zum Teil von schweizerischen Mittelstandsunternehmen: der eigentliche Umbau erfolgte bei der Kuhn Schweiz AG in Lommis (TG) und Heimberg (BE).

Know-how aus Buchs
Professor Max Stöck vom NTB-Institut für Entwicklung/Mechatroniker Systeme EMS ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft «eDumper». Er hat die Erschütterungen des Diesel- Muldenkippers im realen Einsatz und die Wärmeabgabe der Batteriezellen des künftigen eDumpers untersucht. Sein Forscherteam konzipierte auch das Thermomanagement für das Batteriepaket, berechnete die nötige Stärke der Batteriehalterung und die Auslegung der Schweissnähte. Dem Team obliegt auch die Überwachung der eDumper-Batterie im realen Einsatz. Stöck meint: «Energiefreundliche Mobilität ist an der NTB seit Jahren ein wichtiges Thema, sowohl für die angewandte Forschung und Entwicklung in den Instituten wie auch für Studierende im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten. Dieses Projekt beweist, dass Elektromobilität nun definitiv alltags- und arbeitstauglich geworden ist.»

www.ntb.ch/edumper
http://www.emining.ch

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