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Über 90% des Kälteverlusts erfolgt durch die Hülle des Kühllastwagens, davon wiederum zum grössten Teil über die Wände.

Solarbetriebene Kühleinheiten für Transportfahrzeuge leicht verderblicher Güter

04. Juli 2018 | 10:47 Autor: Daniel Gstöhl und Josef Vogt, NTB FOLIO | Anzeige Deutschland, Liechtenstein, Vorarlberg, Schweiz

Im Rahmen einer Masterarbeit im Studiengang Energiesysteme der NTB hat Josef Vogt in Kooperation mit der Firma Panitek AG aus Vaduz und Unterstützung des Amts für Volkswirtschaft Fürstentum Liechtenstein eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Das Ziel war es, zu klären, ob sich die Kühleinheiten von Kühllastwagen mit sauberem Solarstrom statt mit Diesel betreiben lassen.

Für den geplanten Einsatzort in Hyderabad in Indien wurde eine Jahressimulation des Systems, bestehend aus Photovoltaik-Modulen auf dem Dach des Lasters, einer Batterie und einer Kompressionskältemaschine betrachtet. Es wurden unterschiedliche Aufbauten des Kühlwagens, Abmessung, Isolation, Dichtheit, Fahrzyklen, Ladetemperaturen und Ladegüter untersucht. Die Kälteverluste eines Kühllastwagens setzen sich hauptsächlich aus Transmissions- und Infiltrationsverlusten zusammen. Weitere Verluste, wie zum Beispiel durch die Beleuchtung oder Respiration von Früchten oder Gemüse, sind verschwindend klein. Eine wichtige Rolle spielen aber die Ladetemperatur der Güter sowie die Anzahl der Türöffnungen während den Ladungs- und Entladungsvorgängen. Die Durchschnittstemperatur in Hyderabad ist wesentlich höher als hier, jedoch profitiert der Ansatz sehr von der gleichmässigeren und höheren solaren Einstrahlung in Indien. Durch die Simulation konnten in einem ersten Schritt zunächst technisch und ökonomisch sinnvolle Konfigurationen ermittelt werden. Als Konfiguration mit der kürzesten Amortisationszeit stellte sich ein Sattelanhänger mit einer Ladetemperatur oberhalb des Gefrierpunkts heraus, wie sie typischerweise für den Transport von Früchten oder pharmazeutischen Artikeln eingesetzt werden.

In einem zweiten Schritt wurde die technische Umsetzung eingehender betrachtet. Durch Installation von Photovoltaik-Modulen, einem Batteriemanagementsystem und einer Batterie lässt sich der erzeugte und gespeicherte Solarstrom in der einfachsten und vielversprechendsten Konfiguration, der Low-cost-Variante, direkt in den Stand-by-Versorgungsanschluss einer herkömmlichen Kühleinheit einspeisen. Bei dieser Konfiguration lassen sich pro Jahr etwa 3000 Liter Diesel einsparen, Schadstoff- und Lärmemission reduzieren und es wird eine Amortisationszeit von sechs Jahren erzielt.

Ziel des Industriepartners ist es im nächsten Schritt, die vielversprechendste Variante umzusetzen und in einem Feldversuch in Indien zu testen.

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